Technische Gebäudeausrüstung zur Arbeitssicherheit
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Technische Gebäudeausrüstung
Trockene Luft am Arbeitsplatz
Alljährlich, pünktlich mit dem Beginn der kalten Jahreszeit, häufen sich die Klagen über die zu trockene Luft am Arbeitsplatz. Austrocknungen im Mundbereich und an der Hautoberfläche mit Rißbildung stellen sich ein. Dies ist so und kann ohne mechanische Maßnahmen nicht verhindert werden. Der Grund hierfür liegt in der physikalischen Gesetzmäßigkeit der Luft, bei einer bestimmten Temperatur auch nur eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge (in Form von Wasserdampf) zu binden.

Da im allgemeinen Sprachgebrauch die Luft nur mit Ihren Zustandsgrößen TEMPERATUR und RELATIVE FEUCHT(E)IGKEIT bezeichnet wird, führt dies bei Laien häufig zu einer falschen Interpretation. Für den Laien bleibt es unverständlich, wenn beim Blick auf ein Aussenluft-Hygrometer dort 70 % relative Feuchte angezeigt wird, bei - 10 Grad Celsius Lufttemperatur, an seinem Arbeitsplatz ein Hygrometer nur 15 % relative Feuchte anzeigt, bei 20 Grad Celsius Raumtemperatur. Schnell sind dann feuchtemindernde Teile im Raum gefunden, die diese trockene Luft herbeiführen.

Das dieser Vorgang im Rahmen physikalischer Gesetzmäßigkeiten liegt, wird an Hand des Mollier hx-Diagramms deutlich. Aus diesem Diagramm, einem sogenannten schiefwinkligem Koordinatensystem, sind die möglichen Zustandgrößen der Luft abzulesen. Die senkrechten Linien zeigen den Wassergehalt, die absolute Feuchte, der Luft an. Die schräg verlaufenden Linien zeigen den Wärmeinhalt, auch Enthalpie an.
Aus der Kurvenschar läßt sich die relative Feuchte in % ablesen.
 

hx-Diagramm anzeigen !
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Zur Erinnerung: mit einer bestimmten Temperatur kann Luft auch nur eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge, in Form von Wasserdampf, binden. Übersteigt die Wasserdampfmenge die 100 %-Linie (-Kurve) an relativer Feuchtigkeit, fällt dieser überschüssige Wasserdampf in Form von Tröpfchen aus. Bekanntester Vorgang ist die Nebelbildung in der freien Natur.

Um beim vorstehend genannten Beispiel zu bleiben: Aussenluft mit -10 Grad Celsius und 70 % relativer Feuchte hat einen absoluten Feuchtegehalt von 1,0 g/kg Luft. Gewünscht ist z.B. ein Raumluftzustand am Arbeitsplatz von z.B. 20 Grad Celsius bei 60 % relativer Feuchte. Die so gewünschte Raumluft hätte eine absolute Feuchte von 9,0 g/kg Luft. Die zum Austausch der Raumluft, sei es durch Fensterlüftung oder durch eine Raumlufttechnische Anlage, verwendete Aussenluft müßte zunächst aufgeheizt werden.

Mit der Aufheizung verändert sich natürlich die Temperatur der Luft und damit zwangsläufig der Wärmeinhalt, die Enthalpie. Keinesfalls verändert sich damit die absolute Feuchte bzw. der Wassergehalt der aufgeheizten Luft, dieser bleibt mit 1,0 g/kg unverändert. Eine gravierende Veränderung geschieht allerdings bei der relativen Feuchte (%), von ursprünglich 70 % vermindert diese sich, nach der Aufheizung, auf nur noch 7,5 %.

Diese vereinfachten Zahlenbeispiele machen deutlich, daß zwischen der gewünschten Raumluft und der nachgeführten Aussenluft eine Differenz von 8,0 g/kg Luft besteht. Die auf 20 Grad Celsius aufgeheizte Luft ist nun durchaus in der Lage weitere Feuchte aufzunehmen, allein schon um eine Gleichgewicht zwischen den Feuchtegehalten anderer Gegenstände im Raum herzustellen.

Um diese Gleichgewichtigkeit zu erreichen, wird auch die ständige Wasserdampfabgabe über die Hautfläche der im Raum tätigen Menschen mit einbezogen. Die Folgen für die Menschen sind bereits erwähnt.

Quintessenz aus dieser Betrachtung: ohne definierte Zuführung von Feuchte bleibt die Luft am Arbeitsplatz in der kalten Jahreszeit zu trocken !

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